Initiative Classroom Thinktank bringt eine der weltweit innovativsten Lernmethoden nach Deutschland
- birgit828

- 19. März 2025
- 3 Min. Lesezeit
„MyMachine“, das weltweit mehrfach ausgezeichnete innovative Bildungsprojekt, startet im Januar 2025 erstmals in Deutschland. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart, dem Galileo Bildungshaus und der Max-Eyth-Schule bringt der Initiative Classroom Thinktank e.V. die innovativen „Traummaschinen“ nach Stuttgart. Das innovative Projekt fördert kreatives Lernen, Teamarbeit und technische Fertigkeiten und soll über die nächsten Jahre mit Hilfe von Förderern auch für weitere Schulen in Baden-Württenberg ermöglicht werden.

„MyMachine“ ist eine interdisziplinäre, generationenübergreifende Lernmethode, die Grundschulkindern ermöglicht, ihre eigenen „Traummaschinen“ zu erfinden. Von einer Idee, die im Klassenzimmer geboren wird, über das Design und die technische Ausarbeitung durch Universitätsstudierenden bis hin zur prototypischen Umsetzung durch SchülerInnen der Berufsschule bzw. technischer Gymnasien – das Projekt bringt kreative Ideen zum Leben.
Traummaschinen, die die Welt verändern
MyMachine begann mit der einfachen Frage: „Wenn es eine Traummaschine gäbe, was müsste sie können?“ Für einen Grundschüler aus Belgien war die Antwort ein rotierendes Hochbett – um den täglichen Streit mit seiner Schwester zu lösen, wer oben schlafen durfte. Dieses Beispiel zeigt, wie vielfältig und fantasievoll die Ideen der Kinder sind. Vom „Mama-und-Papa-sollte-immer-ja-sagen“ bis hin zur „Essen-für-immer-Maschine“ – die Möglichkeiten für die kleinen ErfinderInnen sind unbegrenzt.
„MyMachine ermöglicht es Kindern, ohne Einschränkungen und ohne Angst vor dem Scheitern, ihre Vorstellungen von Maschinen zu entwickeln“, sagt Leonard Sommer, Vorstand der Initiative Classroom Thinktank. „Die Schüler lernen im Rahmen der generationsübergreifenden Lernmethode nicht nur, kreativ zu denken, sondern auch, ihre Ideen in funktionierende Prototypen umzusetzen – zusammen mit Studierenden und Schülern aus verschiedenen Disziplinen.“
Start in Stuttgart – ein Pilotprojekt mit Zukunft
Seit Januar 2025 haben die drei Bildungseinrichtungen aus Stuttgart gemeinsam das Projekt mit rund 300 beteiligten SchülerInnen und Studierenden aus der Galileo Grundschule, der Universität Stuttgart und der Max-Eyth-Schule begonnen.

Das Projekt wird mit einer aufmerksamkeitsstarken Präsentation der fertigen Prototypen im Rahmen des „Futuromundo Zukunftsfestivals“ am 3. Juli 2025, 15:00 Uhr seine öffentliche Premiere feiern (Informationen: www.futuromundo.com)
„Ab dem Schuljahr 2025/2026 wollen wir gemeinsam mit der Initiative Classroom Thinktank und mit Unterstützung von Förderern aus der Region die Umsetzung von Traummaschinen an weiteren Schulen ermöglichen.“, sagt Nana Moutafidou, Gesamtprojektkoordinatorin MyMachine.
Eine innovative Lernmethode mit globalem Erfolg
„MyMachine“ ist nicht nur ein Projekt, sondern eine Bewegung, die weltweit umgesetzt wird. In 13 Ländern und auf drei Kontinenten ist das Projekt bereits aktiv und wurde von HundrED als eine der 100 innovativsten Lernmethoden ausgezeichnet. Es basiert auf einem offenen, projektbasierten Lernansatz, der alle Beteiligten – von Grundschülern bis zu Universitätsstudienden – fördert und motiviert, ihre Ideen zu verwirklichen.
Das Besondere an „MyMachine“ ist, dass es den Schülern ermöglicht, ohne die Beschränkungen eines herkömmlichen Lehrplans zu denken. Sie lernen durch eigene Erfahrung und Teamarbeit und entwickeln gleichzeitig wichtige „Future Skills“ wie Kreativität, Problemlösungsfähigkeiten, Kollaboration und Ausdauer.
„In einer Welt, die immer komplexer wird, ist es wichtig, dass Schüler nicht nur die Grundlagen der Mathematik oder Physik verstehen, sondern auch lernen, kreativ zu denken und zu handeln“, so Petra Ferrari, Gründerin und Schulleiterin des Galileo Bildungshauses. „Durch „MyMachine“ erfahren die Schüler, dass sie ihre eigenen Ideen zum Leben erwecken können – und das ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die sie für die Zukunft benötigen.“

Kreativität, Kollaboration und das Vertrauen in eigene Ideen
Der Prozess, von der ersten Idee zur fertigen Traummaschine, ist langwierig und anspruchsvoll – er dauert immerhin mehrere Monate. In dieser Zeit lernen die Teilnehmer, was es bedeutet, im Team zu arbeiten, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Das Ergebnis ist mehr als nur ein funktionierender Prototyp: Es ist eine wertvolle Lebenserfahrung, die das kreative Selbstvertrauen der Schüler stärkt.
„Das Besondere an MyMachine ist, dass der Wettbewerb ausgeschaltet wird“, erklärt Anne Gsell, Schulleiterin der Max-Eyth-Schule. „Es geht nicht darum, zu gewinnen, sondern gemeinsam eine Vision zu entwickeln und zu realisieren. Diese Haltung fördert eine Kultur des Lernens, in der Teamarbeit und gegenseitiger Respekt im Vordergrund stehen.“
Ein Schritt in die Zukunft des Lernens
Der Erfolg von „MyMachine“ zeigt, dass kreative und praxisorientierte Lernmethoden den klassischen Unterricht ergänzen können. „MyMachine“ stellt die Frage: Wie können wir den Schülern ermöglichen, sich nicht nur auf das Wissen zu konzentrieren, das sie benötigen, sondern auch auf die Fähigkeiten, die sie zu innovativen Denkern und Problemlösern machen? Diese Frage ist auch der Ausgangspunkt für den Ausbau von „MyMachine“, das in Zukunft nicht nur in den zwei Stuttgarter Start-Schulen und der Universität Stuttgart, sondern auch an anderen Lernorten Schüler, Studierende und Lehrende gleichermaßen inspirieren, begeistern und fördern soll.



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